Aus dem Leben des Dortmunder Zweiges

Die Menschen, die das Bild von Dortmund prägen, sind Menschen der Tat, wie man bei verschiedenen Begebenheiten bemerken kann. Diese Eigenschaft scheint tief verwurzelt, denn schon seit alter Zeit finden wir diese Tatkraft gepaart mit Spiritualität bei unserem Stadtpatron, dem Heiligen Reinoldus, einer Legendengestalt. Es ist daher folgerichtig, wenn heute der Name des Apostels Thomas als zukunftsweisender Namenspatron für den Dortmunder Zweig gewählt wurde; das zeitgemässe Streben muss sein, das Geistige in die Physis zu bringen.

Bei einem solchen Bestreben ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass die Anfange unseres jahrzehntelang namenlosen Zweiges trotz intensiver Nachforschungen bisher nur ungefähr bekannt sind. Die damaligen Dortmunder anthroposophischen Freunde setzten sich eben einfach zusammen und begannen mit der Arbeit; amtliche Handlungen wie Gründungsfeiern oder Archivbildung waren ihnen offenbar nicht so wichtig und sicher hat später der Bombenhagel manches Dokument zerstört. Ältester Nachweis anthroposophischer Arbeit in Dortmund ist bisher der Ausleihstempel eines Buches der Zweigbibliothek vom September 1922 und mit Albrecht Hominghausen ist uns der Name des Zweigleiters aus dieser Zeit bekannt, veröffentlicht in den "Mitteilungen des Zentralvorstandes der Anthroposophischen Gesellschaft" Januar 1923. Auch existiert ein Telegramm vom 30.3.1925 an den damaligen Zweigleiter Herrn Lippacher mit der Nachricht vom Tode Rudolf Steiners. Im Jahre 1928 wird der Anthroposophischen Gesellschaft ein Treffen des Vertreters einer Jugendgruppe, Albert Lichtenberg, mit der Vertreterin des Zweiges, Frl. Plum, mitgeteilt. Der Hintergrund ist, dass sich nach dem 1. Weltkrieg in Dortmund junge Menschen aus verschiedenen Jugendbewegungen und unterschiedlichem Herkommen zur anthroposophischen Arbeit zusammengefunden hatten, aber auf Grund sozialer und Generationsunterschiede sich nur schwer Kontakte zum bestehenden Zweig knüpfen ließen. Johanna Kux, die Mutter des späteren Zweigleiters Willi Kux, zeigte sich den Bestrebungen der Jugend aufgeschlossen und erwarb sich große Verdienste im Zusammenführen und Integrieren der Gruppierungen. In den folgenden Jahren entwickelte sich eine rege anthroposophische Arbeit in Dortmund, besonders seit Sigismund von Gleich, hier wohnend, mitwirken konnte.

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